FAQ Über Nachhilfe

Lohnt sich Nachhilfe?

    Nachhilfe lohnt sich dann, wenn ein Ergebnis dabei herauskommt. Sie lohnt sich nicht, wenn das Erfolgserlebnis ausbleibt. Dieses Erfolgserlebnis ist besonders dann nur mit Aufwand und Anstrengung zu erreichen, wenn die Leistungen eines Schülers bereits "im Keller" oder auf einer eindeutig absinkenden Kurve sich. Dann braucht es Willen und Zeit von allen - Schüler, Eltern, Lehrer - , um den Abwärtstrend zu stoppen und umzukehren. Es braucht in solchen Fällen gegenseitiges Vertrauen, Erfahrung und Arbeit, um hier den Anschluss an die fortschreitenden Mitschüler wieder zu finden.
    Mit Nachhilfe kann man aber nicht erzwingen, dass die intellektuellen Kapazitäten eines Schülers sich verbessern. Die Biologie gibt da einiges vor. Wenn aber die Haltung des Schülers zum Lernen, seine Arbeitstechnik und sein Willen durch sanften aber steten Druck von aussen - von Lehrern und Eltern - verbessert werden können, dann stellen sich Erfolge und Lernfreude auf jeden Fall ein. Erfahrungsgemäss sind psychologisch erklärbare Ursachen viel stärker an Motivations- und Lernproblemen beteiligt als genetische.
    Nur in seltenen Fällen ist eine Ergebnisverbesserung bereits nach einer Lektion sichtbar. Meistens begründen sich Schulschwierigkeiten damit, dass weit zurückliegender Unterrichtsstoff zuwenig gut beherrscht wird. Diese Lücken gilt es dann parallel zum laufenden Schulunterricht zu beheben. Dazu ist Zeit notwendig. Auch wenn wir es uns gewohnt sind, effizient zu arbeiten, gibt am Schluss der Schüler mit seiner individuellen Lerngeschwindigkeit vor, wie schnell er den Anschluss wieder findet. Die selektionierende Schule hat hier systembedingte Nachteile in der Förderung des Einzelnen.

Kann das Avenir Lerncenter einen Erfolg garantieren? (z.B. in Form von Noten)

    Wer seriös ist, sagt hier "nein". Es ist zwar die Regel, dass eine zielgerichtete Beschäftigung mit dem Unterrichtsstoff in einer Kleingruppe oder im Lehrer-Schüler-Gespräch zu einem Erfolg führt, aber es kann nicht garantiert werden. Ohnehin stellt sich dann die Frage nach der Definition von Erfolg. Erfolg kann auch sein, einen Abwärtstrend in der Leistung eines Schülers zu bremsen. Wobei wir mit so etwas selber nicht zufrieden wären.

Mein Kind hat eine ausgewiesene Lernbehinderung (Legasthenie, Dyskalkulie). Ist Nachhilfe hier auch möglich?

    Jein. Wir können keine eigentliche Therapie anbieten. Wir können aber im Verbund mit den üblichen Therapieorten, mit den Eltern und ggf. mit der Volksschule mithelfen, Symptome zu lindern und den Anschluss an den laufenden Schulunterricht zu halten. In mittleren und schweren Fällen müssen wir uns aber auch hier ausserstande erklären, erfolgreich weiterhelfen zu können. Bei echten Lernbehinderungen sowieso.

Unser Kind ist hyperaktiv (ADS, ADHD). Können Sie helfen?

    Hier gilt dasselbe wie vorhin. Wir können nicht therapieren. Wir können nur über die Beschäftigung mit dem Lernstoff der Schule den Link zwischen den oft nicht an den Schulthemen orientierten Therapien und der eigentlichen Schule herstellen. Wir sind im Übrigen angewiesen auf Mitteilungen der Eltern, um hier schon von der ersten Lektion an richtig helfen zu können.

Unser Kind hat Konzentrationsschwierigkeiten. Was sollen wir machen?

    Die zentrale Frage lautet dabei: Woran liegt es. Die übliche Antwort darauf ist: "Auf einer Kombination von Einzelursachen".
    Ursachen gibt es viele:

  • medizinisch erklärbare Störungen (selten),
  • mangelhafte Gewöhnung an konzentriertes Arbeiten,
  • ein Umfeld zu Hause oder in der Schule, welches Konzentration erschwert,
  • zwischenmenschliche Spannungen (mit Eltern, Kameraden, Lehrern, auf dem Pausenhof oder Angst auf dem Schulweg),
  • Versagensängste vor sich selber oder vor den Eltern,
  • unvorteilhafte Gruppenbindungen zu Gleichaltrigen ("Lernen ist uncool"),
  • Fernsehapparat, Handy, Playstation, Gameboy, Internet und sonstige Ablenkungen,
  • Konsum von Suchtmitteln,
  • pubertäre Perspektiv- oder Ziellosigkeit usw.

    Wir können hier nicht pauschal helfen. Wir können aber punktuelle Hilfestellungen leisten und vor allem in unserem Unterricht eine konsequente Anleitung und Beschäftigung mit dem Unterrichtstoff bieten. Je besser das Elternhaus dabei unterstützt, desto schneller zeigt sich ein Erfolg.

Mein Kind opponiert zu Hause und verweigert sich. Haben Sie hier Einflussmöglichkeiten?

    Nein. Wir können keine Schiedsrichterfunktion dafür übernehmen, wer bei familiären Disputen im Recht ist und wer nicht - auf diese Frage laufen solche Situation meistens hinaus. Wir können aber auch hier in einer Nachhilfesituation konsequent am Unterrichtsstoff arbeiten. Wenn wir Lehrkräfte aber auch auf Fundamentalopposition durch den Schüler stossen (in der Regel getraut er sich das nicht), erlauben wir uns, die Nachhilfe von unserer Seite her abzubrechen (unter Kostenrückerstattung). Wir werden aber zuvor einiges versuchen, um dem Schüler zu zeigen, dass Opposition nichts bringt.
    Wir haben auch schon nach Abschluss einer Lektionsreihe von Eltern Mitteilungen erhalten wie "wollten unser Kind einfach vor dem schulischen und moralischen Absturz bewahren", wo uns also eine ganz andere Rolle zugedacht wurde, als wir meinten. In all diesen Fällen haben wir übrigens Erfolg gehabt.

Wir lernen zu Hause stundenlang auf eine Prüfung. Trotzdem kommt nichts Vernünftiges heraus. Woran liegt das?

    Es gibt keine Frage, die so häufig gestellt wird wie diese. Es gibt aber auch keine Antwort, die hier ideal passt. Im Normalfall trifft man in solchen Situationen Konzentrationsstörungen, die sich zumindest teilweise beheben lassen. Manchmal trifft man auf Demotivation, die sich in einer intensiven 1:1- oder 2:1-Lehrer-Schüler-Situation korrigieren lässt. Ab und zu sind es Probleme, die tief in der Psyche der Pubertät zu finden wären - was wiederum nicht in unserem Einflussbereich liegt. Betrifft es die Lerneffizienz oder Lerntechnik, können wir durchaus weiterhelfen. Sehr oft liegt das Problem aber an verschüttetem, nicht vorhandenem oder schlecht eingeübten Grundwissen (Fertigkeiten, Begriffswelt). Die kann man in der Regel mit einem vernünftigen Zeitaufwand beheben.

Wir haben versucht, unserem Kind etwas beizubringen, und mussten feststellen, dass unser Lösungsweg nicht derselbe ist wie an der Volksschule. Was nun?

    Das Problem hierbei könnte einerseits an veränderten Unterrichtsinhalten liegen, die zwischen der Schulzeit der Eltern und der Schule von heute liegen. Da hat sich manches geändert und ebenso manches wurde unterdessen wieder gestrichen: die Schule im steten Wandel sozusagen.
    Es könnte auch an einer veränderten Didaktik liegen. Hier hat sich auch vieles geändert. Manches davon wurde zu Recht wieder zurück korrigiert - und hat dabei ein paar Geschädigte hinterlassen. Mancher didaktische Auswuchs - teils mittels Lehrmitteln zementiert - hält sich erstaunlich lang - und hinterlässt wohl in Zukunft Geschädigte.
    Es könnte aber auch an einem anderen Verständnis liegen über die Zielorientierung der schulischen Ausbildung. Immer mehr kommt auf, dass "der Weg das Ziel" sei. Eltern sind sich dies oft nicht gewohnt. Ihre Schule hatte immer nur "das Ziel als Ziel".
    Wenn es von der Lehrkraft der staatlichen Schule gefordert wird, den Weg zum Ziel zu machen, dann folgen wir dem mit unseren eigenen Unterrichtsbemühungen. Wenn das Ziel das Ziel ist - und der Weg des Lehrers zum Ziel reichlich kompliziert erscheint - dann können wir das durchaus der Situation angepasst korrigieren.
    Die Wirtschaft kennt hier übrigens eine einfache Lösung für solche Feinheiten: Dort ist das Ziel immer das Ziel. Oder kurz: Ohne Basic Check, Multichek, Check-5 und Check-8 läuft heute an der Schnittstelle zwischen Schulzügen, bzw. Schule-Wirtschaft nicht mehr viel. Manche Beteiligte an der schulischen Ausbildung (Regierungsräte, Bildungsdepartemente) haben das allerdings noch nicht wahrgenommen.

Nützen Medikamente etwas, um Schulschwierigkeiten zu lösen?

    Nein. Chemische Lern- oder Motivationshilfen sind in der Regel mit dem Risiko der Abhängigkeit verbunden. Ausnahme bilden hier jene Präparate, die ausdrücklich von einem Arzt verschrieben werden.
    Prüfungsängste lassen sich ohnehin nicht mit Tabletten lösen. Das Risiko einer Unter- oder Überdosierung ist auch nicht zu unterschätzen. Es gibt eine Reihe vernünftiger, einfacher und ebenso wirkungsvoller, aber viel billigerer Möglichkeiten zum Lösen von Schulproblemen: zum Beispiel das Abstellen von TV, PC, Internet und Playstation. In diesem Fall muss übrigens meist erst einmal der dadurch erfolgte "kalte Entzug" dieser Sucht bekämpft werden. Wetten, das führt zu Konflikten?