Was können wir nicht?

Manches Schulproblem basiert auf einem steten Defizit in der Auffassungsgabe eines Schülers. Neuer Lernstoff geht bei solchen Schülern nun einmal schlechter in den Kopf hinein als bei anderen. Dies hat im Wesentlichen genetische Ursachen - liegt leider aber zunehmend auch beim Konsum von Alkohol und Cannabis. Die in regelmässigen Untersuchungen an Schweizer Kindern belegten, hohen Zahlen zum Missbrauch von Betäubungsmitteln ist leider realistisch. Trendenziell zunehmend sind - auch dem Suchtverhalten unterworfene - Fluchten in virtuelle Welten (Chaträume, Netlog, Facebook, Online-Charaktergames). Sie absorbieren viele Schüler enorm.

Hier können wir nicht helfen. Wir können lernschwachen Schülern zwar die notwendige Zeit und Langsamkeit bieten, um schulisches Wissen zu erwerben, auf die Genetik haben wir aber keinen Einfluss.

Wir können nicht helfen, wenn Schüler sich durch den Konsum von Rauschmitteln selber Schaden zuführen und ihre intellektuelle Substanz und Aufnahmefähigkeit dadurch mutwillig schädigen. Wir können versuchen, gemeinsam mit Elternhaus und Volksschule eine dritte Einflussmöglichkeit für den Betroffenen zu bieten. Wenn aber nach vernünftiger Zeit keine Besserung in der Selbstverantwortlichkeit des Schülers eintritt, brechen wir Nachhilfeunterricht von uns aus ab.

Wir wollen und können weder Sozialtherapeuten noch Hilfspsychologen spielen, sondern wollen durch die konsequente Beschäftigung mit dem Unterrichtsstoff zur Überwindung von Willensbarrieren anleiten. Das kann uns gelingen - muss aber nicht.

Wir können bei echten Lernbehinderungen nicht fördern. Darunter fallen auch mittlere und schwere Fälle von Legasthenie und Dyskalkulie. Wir können aber versuchen, bei einer begleitenden Therapie den Anschluss zum Volksschulunterricht herzustellen. Mitunter können wir Anlass dazu geben, dass Lernbehinderungen überhaupt erst entdeckt werden.

Wir können bei besonders schwierigen Situationen im Elternhaus oder bei der Abwendung des Jugendlichen von den Eltern durch einen als ungünstig angesehenen Einfluss einer Peer-Group ebenfalls nicht eingreifen. Wir können nur in einem kombinierten, helfenden Umfeld versuchen (auf jeden Fall mit Elternhaus, evtl. mit KJPD, JFB) die Verbindung zur schulischen Welt und deren Leistungsansprüchen aufrecht zu erhalten.